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Herbstfavoriten: Freizeit

Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit: die Sonne steht tiefer, was eine ganz eigene Lichtstimmung ergibt, und die Bäume leuchten in bunten Farben um die Wette! Während es draußen immer kühler wird, kuschel ich mich zu Hause ein und genieße am Wochenende die hereinfallenden Sonnenstrahlen. Obwohl das Jahr noch nicht zu Ende ist, habe ich mir bereits ein paar gute Vorsätze gemacht. Warum bis Neujahr warten? Ich fange jetzt schon damit an und mache sie zu meinen Herbstfavoriten!

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Lesen!!! Ich war früher eine richtige Leseratte! Stundenlang konnte ich auf dem Sofa fläzend oder auf dem Fußboden ausgestreckt in einem dicken Buch schmökern und durch fremde Welten streifen. Mit dem Eintritt in die Arbeitswelt hat sich diese Leidenschaft leise und unbemerkt aus meinem Leben verabschiedet. Ich habe einfach nicht mehr die Muße. Nehme ich ein Buch zur Hand, fallen mir tausend Dinge ein, die ich noch erledigen muss, bevor der Arbeitsalltag mich wieder einfängt. Abends fallen mir nach spätestens zwei Seiten einfach die Augen zu. Während ich früher ganze Bibliotheksregale verschlang, kann ich jetzt  die gelesenen Bücher eines Jahres an den Fingern abzählen. „Das kann so nicht weitergehen!“ habe ich kürzlich beschlossen, ermutigt durch den Besuch der Frankfurter Buchmesse. Um mich dem Lesen wieder anzunähern, beginne ich mit leicht verdaulicher Kost. „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende erinnert mich daran, wie frei man sich auf dem Rücken eines Glücksdrachen fühlt und wie wichtig es ist, sein eigenes Phantásien nicht in Vergessenheit geraten zu lassen! Ich will auch bald wieder „Momo“ lesen – die grauen Herren müssen bekämpft werden! Bis dahin verputze ich noch schnell „Broken Dolls“ von James Carol um meine Nervenstärke zu testen; mal sehen ob ich danach bereit bin, auch noch die versäumten Neuerscheinungen der letzten 15 Jahre von Stephen King nachzuholen. Als Teenager habe ich Thriller geliebt!

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Musik hören!!! Nochmal eine Rückblende: keine Schmökerstunde ohne meine Platten! Damals war es noch selbstverständlich, alle 15-20 Minuten aufzustehen und die Platte umzudrehen oder eine neue aufzulegen, bei der Gelegenheit auch nochmal das Cover zur Hand zu nehmen und die Texte im Booklet anzulesen. Mittlerweile höre ich fast nur noch MP3-Dateien. Stundenlange Playlists ohne Namen, Gesicht oder Bild. Ein Lied geht unbemerkt ins nächste über, Melodien verschwimmen, Texte werden nicht mehr wahrgenommen. Ich habe Lust, wieder über Textzeilen zu grübeln und sagen zu können: Track #4 ist ’ne lahme Nummer, aber der dritte Song auf der zweiten Seite hat mich mitgerissen (sorry, Songtitel konnte ich mir noch nie merken)! Ok, ich bin noch nicht soweit, Plattenspieler und Verstärker aus dem Keller zu holen (ein Platzproblem muss noch gelöst werden). Aber CDs kaufe ich mir wieder. Eine alte Liebe ist dabei wieder aufgeflammt: Led Zeppelin sind meine musikalischen Helden, die Alben werden gerade neu aufgelegt (Qualität und Bonusmaterial sind absolut lohnenswert!). Im Sommer habe ich es mir gegönnt, Robert Plant live in Berlin zu hören und mir jetzt sein neues Album zugelegt (als CD wohlgemerkt). Schönes Material, musikalisch wie auch haptisch!

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Musik machen!!! Nicht ganz so groß war meine Leidenschaft fürs Musik machen. An knapp zwei Jahre Klavierunterricht als angehender Teenager kann ich mich erinnern. Kleine Etuden und Fingerübungen auf Basis klassischer Musik wurden irgendwann zur lästigen Pflicht. Daraufhin habe ich „Rock Piano 1“ autodidaktisch angefangen, aber weit gekommen bin ich auch damit nicht. Jetzt will ich’s wieder wagen! Eine Freundin gab mir den Rat: lass die Fingerübungen links liegen und nehme dir ein Stück vor, dass du wirklich gern spielen können willst, dann besiegst du den inneren Schweinhund! Das Liederbuch von Rio Reiser habe ich schon wieder hervorgekramt (übrigens auch zum Blättern und Lesen ganz großartig!), als Neuanschaffung ist jetzt noch das Songbook von Elton John dazugekommen. Den mochte ich eigentlich nie, aber neulich habe ich „Rocketman“ beim Frühstück im Radio gehört und vor lauter Rührung keinen Bissen mehr runter gekriegt – ich werde wohl sentimental auf meine alten Tage.

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Stricken!!! Zu guter Letzt: eine noch relativ junge Leidenschaft flammt wieder auf! Mein Kleiderschrank quillt zwar schon über, trotzdem bleibe ich bei meinen Lieblings-Strickprojekten: Pullover. Socken, Schals und Pulswärmer reizen mich nicht, es muss schon ein grober voluminöser Schafspelz sein! Um auch hier möglichst einfach wieder in den Flow zu kommen, habe ich mir supersimple Strickmuster ausgesucht. Brigitte Strickmuster eignen sich prima für schnelle Erfolgserlebnisse, aber auch von Lana Grossa gibt es ein paar wenige gute Publikationen. Ansonsten gibt der deutsche Strickmustermarkt nicht viel her, finde ich. Ziemlich altbacken und konservativ wirken viele Strickmagazine, da schaue ich mich lieber bei Ravelry und im englischsprachigen Markt um. Jetzt für den Anfang aber erstmal glatt rechts und immer schön geradeaus!

stricken

Einen Favoriten sollte ich nicht vergessen: sonnige Waldspaziergänge und frühmorgendliches in den Nebel starren finde ich auch großartig! Was treibt ihr so in der Herbstfreizeit?

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    • Oh ja, mein Regale sind auch noch voll von ungelesenen Büchern! Und raus gehen finde ich auch ganz wichtig, vor allem ins Grüne. Klingt abgedroschen, aber das gibt mir richtig viel Energie und gute Laune!

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