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Herbstvorfreuderezept: Kartoffel-Kürbis-Gratin (vegan)

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Kürbis schmiegt sich an Melone – offensichtlich geht der Sommer jetzt langsam in den Herbst über! Laut Kalender müssen wir zwar noch bis zum 23.09. auf den offiziellen Herbstbeginn warten, aber das hält mich nicht davon ab, jetzt schon meine Herbstvorfreude-Rituale zu zelebrieren! Dieser appetitliche Kürbis kam mir dafür sehr gelegen!

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Die Hobby-Gärtner unter euch können mir gerne mal in die Kommentare schreiben, um welche Kürbissorte es sich hier handelt. Ich habe den Kürbis nämlich von einer lieben Kollegin aus eigenem Anbau geschenkt bekommen und vergessen, was sie mir zu dem Thema gesagt hat. Ist mir aber eigentlich auch nicht so wichtig, Hauptsache er ist lecker! Etwas beunruhigt von einem erst kürzlich geschehenen Vergiftungsfall eines Mannes, der eine Zucchini aus Nachbars Garten verspeist hatte, sprach ich sie darauf an – sie konnte mich aber mit ihrer Fachkunde beruhigen. So habe ich jetzt gelernt, dass es im heimischen Garten zu ungewollten Kreuzungen von Speisekürbissen und (giftigen) Zierkürbissen kommen kann und so die giftigen Bitterstoffe, die aus Speisekürbissen eigentlich herausgezüchtet wurden, wieder hineingelangen können. Das verhindert man am besten, indem man die Blüten zubindet, damit kein Bienchen es versehentlich mit ungewolltem Genmaterial bestäubt, und erledigt das ganz unromantisch selbst, händisch mit „sicherem“ Pollen. Ob eine Zucchini oder ein Kürbis giftig sind, erkennt man aber ganz einfach am Geschmack: wenn’s bitter schmeckt, auf keinen Fall weiter essen! Dieser schöne Kürbis war jedoch vollkommen ungiftig und überaus wohlschmeckend!

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Ich hatte Lust auf Kartoffelgratin und habe kurzerhand etwas improvisiert. Die Basis bildet ein klassisches Kartoffelgratin, das nur halb gegart und dann mit den Kürbisspalten belegt wird. Obendrauf kommt eine würzige Sauce, ähnlich einer Bechamelsauce, also mit einer Mehlschwitze, aber Zwiebeln, Knoblauch und Buchweizenmehl geben ihr geschmacklich mehr Pepp. Nicht geizen sollte man mit Fett und Gewürzen, dann wird das ganze nochmal überbacken.

Da ich nichts abgemessen habe, gibt es keine besonders konkreten Mengenangaben, aber meiner Meinung nach sollte das sowieso jeder nach eigenem Gusto handhaben. Man braucht:

so viele Kartoffeln wie man lustig ist ~ einen Kürbis seiner Wahl (ungefähr gleiches Mengenverhältnis wie Kartoffeln) ~ Alsan (Margarine) ~ 2 Knoblauchzehen ~ 1 Zwiebel ~ etwas Buchweizenmehl ~ Reismilch ~ Salz ~ Pfeffer ~ Muskat ~ Gemüsebrühe ~ Kräuter (z.B. Thymian oder Kräuter der Provence)

Kartoffeln schälen, in schmale Scheiben schneiden/reiben und in eine gefettete Auflaufform schichten. Etwa 250 ml Reismilch (oder andere pflanzliche Milch) mit etwas Gemüsebrühe, Pfeffer, Muskatnuss und einer klein gehackten oder zerdrückten Knoblauchzehe mischen und über die Kartoffeln gießen. Das ganze kommt dann für ca. 20 Minuten in den Backofen. Ich hab es bei 180-200°C Ober-/Unterhitze gegart. Das sollte dann anschließend etwa so aussehen:

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In der Zwischenzeit sollte man schon mal den Kürbis entkernen, schälen (nicht nötig bei Hokkaido) und in feine Spalten säbeln. In einem Topf bereitet man die Bechamelsauce vor: 1-2 Esslöffel Alsan (Margarine) schmelzen und die gewürfelte Zwiebel und eine weitere klein gehackte Knoblauchzehe (ich liebe Knoblauch!) darin dünsten. Dann ca. 2-3 EL von dem Buchweizenmehl mit einem Schneebesen schnell einrühren und mit Reismilch (oder einer anderen pflanzlichen Milch) ablöschen.

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Auf kleiner Hitze aufkochen und nach und nach unter ständigem Rühren so viel Reismilch dazu geben, bis eine schöne sämige Sauce daraus geworden ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. So, dann schichtet man die Kürbisspalten einfach auf das Kartoffelgratin, bestreut das ganze noch ordentlich mit Kräutern (ich hatte leider keine Kräuter der Provence, aber die sollen toll dazu schmecken) und kleckst noch die Bechamelsauce obendrauf. Um es auch ja schön fettig zu machen (ihr wisst ja, wichtig als Geschmacksträger und so), sollte man jetzt noch ein paar Alsan-Flocken darauf verteilen. Dann kommt das Gratin schnell wieder in den Ofen und darf noch 10-15 Minuten weiter backen, bis der Kürbis gar ist.

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So kommt das ganze nochmal in den Ofen …

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… und so sieht es dann aus, wenn eine total ausgehungerte Bloggerin keine Geduld mehr zum Fotografieren des fertigen Meisterwerks aufbringt. Schön aus der Hüfte fotografiert.

 

Freut ihr euch auch so auf den Herbst? Welche ist eure liebste Kürbissorte … und natürlich: welches ist euer Lieblings-Kürbisrezept? Ich bin immer auf der Suche nach neuen Variationsmöglichkeiten mit meinem Lieblings-Herbst-Gemüse!

 

4 Kommentare

  1. Lecker (: !
    Ich freue mich auch schon sehr auf den Herbst, aber besonders auf den Winter.
    Auf Kürbisse freue ich mich auch jährlich. Ich koche am liebsten Kürbis-Apfelsuppe mit Kartoffeln, damit es nicht ganz so süß wird. Alles schön püriert…geht immer (: .
    Das mit der giftigen Zucchini habe ich auch gelesen…schlimm! Wir essen sehr viel selbstangebaute Zucchini. Liebe Grüße.
    Theresa vom Projekt Schminkumstellung schrieb zuletzt: alverde Blogger Event, Produktneuheiten und LE Oriental BazaarMy Profile

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    • Kürbis-Apfel – das ist ja eine spannende Kombination! Mein Pürierstab hat ausgerechnet jetzt zur Suppensaison den Geist aufgegeben, aber Ersatz ist schon geordert. Dann kann ich auch wieder cremige Suppen machen! *freu*

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