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Fashion Revolution Week OOTD #5

Nach dem eher sportlichen Outfit gestern nehme ich den heutigen Freitag zum Anlass, auch mal ein etwas festlicheres Outfit zu zeigen. Diesem wunderschönen Kleid von Braintree Clothing (die Marke hat sich inzwischen in thought clothing umbenannt) konnte ich einfach nicht widerstehen, obwohl es eigentlich nicht für meine Figur geeignet ist. Es ist aus der letzten Winter-Kollektion und als ich bemerkte, wie schnell es überall ausverkauft ist, habe ich einen Panikkauf getätigt und es gerade noch in Größe M ergattern können, obwohl S eigentlich passender gewesen wäre.

Damit gebe ich eigentlich eher ein Negativbeispiel ab, wenn es um Slow Fashion geht. Zu einem verantwortungsbewussten Mode-Konsum gehört auch, dass man sich vor einem Kauf gut überlegt, ob man das Teil auch wirklich tragen wird. Doch obwohl ich schon wusste, dass das Kleid mit seinem 20er-Jahre-Schnitt – dem damals angesagten androgyn zierlichen Frauentyp schmeichelnd – an meiner eher kurvigen Figur nicht vorteilhaft aussehen würde, habe ich es dennoch gekauft. Und wie erwartet trug ich es viel zu selten, weil die weite und tiefsitzende Taille zusammen mit der zu großen (bei mir fast schon auf halber Wadenlänge endenden) Länge mich noch kleiner erscheinen lässt. Meine ohnehin schon proportional gesehen kurzen und kräftigen Beine werden dadurch noch mehr gestaucht.

Die Lösung erhielt ich diese Woche mit meiner neuesten hessnatur-Bestellung: der schmale Wickel-Gürtel ermöglicht mir, ganz unauffällig die Taille zu betonen und das Kleid zu raffen, so dass der Saum an der schmalsten Stelle unterhalb des Knies endet – so wie es bei meiner Figur eher angebracht ist. Jetzt bin ich zuversichtlich, dass ich dieses Kleid häufiger tragen werde. Es ist mit dem goldenen Farn-Print, der Knopfleiste und insbesondere der transparenten Häkelbordüre über dem Saum ein wirklich einmalig schönes und feminines Teil. Zudem ist es superangenehm zu tragen, weil der weiche Stoff zu 70% aus Bambus-Viskose und zu 30% aus Bio-Baumwoll-Jersey besteht. Der Stoff fällt schön fließend, knittert kaum und ist damit auch noch wunderbar pflegeleicht.

Der hessnatur Wickel-Gürtel besteht aus pflanzlich gegerbtem Rindsleder und wurde in Deutschland hergestellt. Wennauch ich bei Schuhe gut mit Kunstleder zurecht komme, habe ich bei Gürteln damit eher negative Erfahrungen gemacht – durch die starke Beanspruchung sind Kunstledergürtel bei mir schnell hinüber und werden zum  Wegwerf-Artikel, was ja auch nicht gerade ökologisch ist. Deshalb bevorzuge ich in diesem Fall Leder. Ich bin von der Qualität und den schönen Details an diesem Gürtel überrascht und liebe ihn jetzt schon: man wickelt das schmale Gürtelband zweimal um die Taille und schließt es indem man einen unscheinbaren Kugelknopf durch eines der ausreichend vorhandene Gürtellöcher steckt – ungewöhnlich und auf dezente Weise sehr schön! Das überstehende Stück Gürtelband wird durch eine Schlaufe am Abstehen gehindert, die wiederum durch eine kleine Schlaufe auf der Unterseite (so dass man diese nicht sieht) fixiert wird – da kann nichts verrutschen, sehr schön mitgedacht! Und als zusätzliches Zierelement (oder hat das auch eine Funktion?) dient eine metallene Schnalle auf halber Länge des Gürtels, so dass dieses Element auf dem Rücken zum Liegen kommt. Ich hatte bei dem Preis des Gürtels erst geschluckt, aber ich finde, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier einfach und wo findet man schon etwas vergleichbares?

Das Kleid fällt eigentlich schön um die Figur und klebt nicht an den Beinen, aber bei Jersey habe ich immer die Befürchtung, dass sich zu viel unter dem Kleid durchzeichnet und trage dann gern ein Unterkleid als zusätzliche Textilschicht. Das hessnatur Unterkleid aus Modal besitze ich schon lange in der Farbe Schwarz und trage es so gerne, dass ich es jetzt auch noch in der Farbe Make-Up (ein helles Altrosa) gekauft habe, damit ich auch eins für meine hellen Sommerkleider habe. Es fühlt sich auf der Haut schön kühl und leicht an, knittert nicht und erfüllt seinen Zweck. Ein tolles Basic!

Kommen wir zu den nicht so eindeutig nachhaltigen Kleidungsstücken. Als Strumpfhose habe ich heute zum ersten Mal die Scholl Light Legs Strumpfhose¹ getragen, die ich auf dem beautypress Naturkosmetik Bloggerevent geschenkt bekommen habe. Ich musste mich ein bisschen reinzwängen – man merkt die leichte Stützfunktion an dem besonders festen Gewebe, und war erstaunt, dass sie dabei nicht gerissen ist. Sie ist auch über einen längeren Zeitraum angenehm zu tragen, allerdings mag ich blickdichtere Strumpfhosen lieber.

Dazu trug ich meine veganen Dr. Martens. Ich finde es gut, dass es von der Kultmarke die Klassiker auch in Kunstleder gibt, nur erfährt man nicht viel über das genaue Material oder die Herstellung, weshalb der ethische und ökologische Anspruch nicht so gut zu bewerten ist. Aus diesem Grund ging meine Frage „Who made my clothes?“ heute per Instagram und Twitter an Dr. Martens.

¹ Die Scholl Light Legs Strumpfhose wurde mir zum Testen kostenlos zur Verfügung gestellt.

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