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biobrush und My Magic Mud

Nachhaltige Zahnbürsten bestehen aus Holz und Kohle macht die Zähne schwarz – dazu sage ich ganz klar: Jein!  Mit der biobrush¹ aus Biokunststoff und der Zahnpasta My Magic Mud¹ aus Aktivkohle konnte ich mich davon überzeugen, dass nachhaltige Zahnbürsten auch kunterbunt sein können und schwarze Zahnpasta die Zähne weißer macht!

Für das Startup biobrush beginnt das Thema Nachhaltigkeit schon bei der Verpackung. Und auch hier gilt: was auf den ersten Blick nach bösem Plastik aussieht, ist in Wirklichkeit biologisch abbaubar! Die biobrush¹ ist in eine gartenkompostierbare Folie auf Zellulosebasis gehüllt.

Aus demselben Material besteht auch der Bürstenstiel. Die Zellulose stammt von industriellen Holzresten aus nachhaltiger Forstwirtschaft, die andernfalls direkt verbrannt würden. In Form der biobrush¹ erfüllt sie nochmal einen guten Zweck, bevor sie dann nach der üblichen Gebrauchszeit letztendlich doch noch verbrannt wird. Entsorgt werden muss die biobrush¹ nämlich aufgrund der nicht biologisch abbaubaren Borsten am besten in der gelben Tonne, wo sie aktuell als Biokunststoff noch nicht als wiederverwertbar erkannt und daher verbrannt wird. Steigt der Anteil an Biokunststoff jedoch, so wird das Recycling irgendwann als wirtschaftlich angesehen und umgesetzt. Also immer schön in die gelbe Tonne damit!

Wie schon erwähnt sind die Borsten nicht biologisch abbaubar, denn sie bestehen aus Nylon aus Rizinusöl. Hier ist biobrush in Sachen Nachhaltigkeit einen Kompromiss eingegangen, um eine für die Zahnhygiene optimale Zahnbürste herzustellen. Aus zahnmedizinischer Sicht ist Nylon nämlich immernoch die beste Wahl beim Zähneputzen. Aber immerhin wird darauf geachtet, dass bei sämtlichen verwendeten Materialien, inklusive Farbpigmenten, möglichst geringe Mengen an fossilen Rohstoffen zum Einsatz kommen. Hergestellt wird die Zahnbürste außerdem in Deutschland. Die CO2-Bilanz der biobrush¹ ist somit am Ende ihrer Lebenszeit annähernd neutral.

Die Borsten fühlen sich weich an, was aus zahnmedizinischer Sicht empfohlen wird. Mittlere bis harte Borsten können schädlich für den Zahnschmelz und die Mundschleimhaut sein. Daher wird die biobrush¹ auch nur in dieser einen weichen Borstenhärte angeboten. Der Borstenkopf ist ungewöhnlich geformt: klein und spitz zulaufend, somit gut geeignet um alle Ecken und Winkel im Mundraum zu erreichen.

Die Entscheidung für das Material Biokunststoff im Stiel hat zum Vorteil, dass die Biozahnbürste in vielen bunten Farben hergestellt werden kann (derzeit gibt es 6 knallige Farben) und vor allem: die glatte Materialoberfläche, die beim Zähneputzen kein Scheuern an der empfindlichen Mundschleimhaut bewirkt. Hier kann ich aus Erfahrung mit dem Bambusstiel der Hydrophil-Zahnbürste sprechen, die sich an den Backen-Innenseiten tatsächlich etwas unangenehm anfühlt. Davon abgesehen liegt der ergonomisch geformte Griff der biobrush auch gut in der Hand. Kostenpunkt: ca. 2,80 Euro pro Zahnbürste.

Die Biobrush im Vergleich mit der Hydrophil Zahnbürste

Die biobrush¹ gab mir beim Zähneputzen schon das Gefühl von guter Zahnhygiene. Einen nicht unbedeutenden Teil davon macht aber natürlich auch die Wahl der Zahnpasta. Ich war ehrlich gesagt etwas ängstlich, als ich die schwarze Paste der My Magic Mud¹ Zahnpasta aus Aktivkohle zum ersten Mal benutzte. In Nullkommanichts war mein Mund komplett schwarz – wirklich kein appetitlicher Anblick – würde sich das wirklich wieder so einfach abspülen lassen? Die Antwort lautet: Ja! Einfach wie gewohnt den Mund ausspülen und schon ist die schwarze Paste restlos aus dem Mund verschwunden. Es mag an der Kontrastwirkung liegen, aber ich habe den Eindruck, dass meine Zähne mit dieser Zahnpasta tatsächlich etwas strahlender wirken. Zudem hinterlässt sie aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle u.a. von Pfefferminz ein Frischegefühl und schmeckt auch bei der Anwendung angenehm.

Die „My Magic Mud Whitening Toothpaste“¹ hat aber auch wirklich appetitliche und wirksame Inhaltsstoffe. Kokosöl schmeckt angenehm und hat zudem eine antibakterielle Wirkung. Vanillenextrakt, Pfefferminzöl, Wintergrünöl, Zimtblattextrakt, Nelkenöl, Kakaopulver, Orangenschalenöl, Stevia und Teebaumöl kennt man teils aus der Küche, teils aufgrund ihrer desinfizierenden Wirkung auch von anderen natürlichen Mundpflegeprodukten. Die farbgebende Aktivkohle stammt von Kokosnussschalen und sorgt zusammen mit der überwiegend enthaltenen Heilerde für die reinigende und aufhellende Wirkung. Beide Inhaltsstoffe wirken durch Anziehen und Binden von Schmutzpartikeln und Bakterien und nicht durch Abrieb, sind also schonend für den Zahnschmelz. Kostenpunkt: 18 Euro/113 g.

Distilled Water, Coconut Oil*, Bentonite Clay, Vanilla Extract*, Peppermint Oil*, Wintergreen Oil*, Cinnamon Leaf Extract*, Clove Oil*, Cacao Powder*, Activated Coconut Shell Charcoal, Orange Peel Oil*, Stevia*, Tea Tree Oil*.
*Besteht aus 95% zertifiziert organischen Inhaltstoffen.
100% frei von Flourid und 100% vegan.

Sowohl einzeln als auch in Kombination sind die biobrush¹ und die My Magic Mud Zahnpasta¹ durchaus empfehlenswert und erfüllen ihren Zweck. Und dabei sind sie auch noch schonend für Anwender wie Umwelt. Allerdings – ein kleiner Wermutstropfen ist mir in der Anwendung der biobrush aufgefallen. Kennt ihr das: kleine weiße Pünktchen auf dem Badezimmerspiegel nach allzu euphorischem Zähneputzen? Nun ja, während meines Produkttests war mein Spiegel und mein Waschbecken leider ständig übersät von feinsten schwarzen Pünktchen, weshalb ich nach jedem Zähneputzen erstmal auch das Waschbecken putzen musste. Wie ich feststellte, liegt es an der biobrush – irgendwie bedingt die Form der Bürste, dass ich den Mund beim Putzen stärker offen halten muss als bei konventionellen Zahnbürstenformen. Auch mit weißer Zahnpasta hatte ich überall (dann eben weiße) Flecken. Ist die biobrush einfach nur nicht mit meiner Kieferform kompatibel, oder haben auch andere diese Erfahrung gemacht?

¹ Die Zahnbürste biobrush und die Zahnpasta My Magic Mud wurden mir zum Testen kostenlos zur Verfügung gestellt.

5 Kommentare

  1. Ich liebe ja die Biobrush – auch wenn nicht ganz so biologisch abbaubar, hygienisch Bambusbürsten um ein Vielfaches überlegen.
    Die Magic Mud-Zahnpasta fand ich allerdings eher furchtbar. Zum einen ziehe ich Fluorid vor, zum anderen
    sah das Waschbecken immer furchtbar aus. Und hat dann sogar nach einer ganzen Weile den Abfluss verstopft…
    strawberrymouse schrieb zuletzt: Mein Oily Grail: 3 Trockenöle im VergleichMy Profile

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    • Zahnpasten mit Fluorid benutze ich auch lieber, aber habe für den Produkttest gern mal eine Ausnahme gemacht. Mit dem Waschbecken haben wir dann ja offenbar ähnliche Erfahrungen gemacht. 🙂
      Es stimmt, dass der Abfluss verstopfen kann. Das passiert mir manchmal wenn ich mehrere Wochen ein Ölziehkur mache – Fett/Öl gehört einfach nicht in den Abfluss (da muss ich mich selbst tadeln!).

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  2. Die Biobrush Berlin hatte ich auch schon mal gekauft. Aber leider ist mir die Zahnbürste in der Anwendung zu weich.
    Lustiges Foto-Spiel übrigens.

    Liebe Grüße

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    • Danke dir! 🙂
      Für mich können Zahnbürsten gar nicht weich genug sein, nachdem mir eine Zahnärztin mal gesagt hat, dass mein Zahnschmelz „zerkratzt“ aussähe.

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      • Dass es weichen Zahnschmelz gibt, wusste ich schon. Aber dass Zahnbürsten Beschädigungen auf dem Zahnschmelz hinterlassen können, ist mir neu. Ich benutze auch immer weiche Zahnbürsten, aber „weich“ oder „sensitiv“ wird wohl von den Herstellern unterschiedlich interpretiert.

        Liebe Grüße

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