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Gute Vorsätze: #1 Do it!

Eins vorweg: ich bin kein Fan von guten Vorsätzen und meine es nie ernst, wenn ich um die Jahreswende welche formuliere. Dieses Jahr ist das anders.

Vielleicht liegt es an der beginnenden Midlife Crisis, jedenfalls habe ich das Gefühl, ich habe keine Zeit mehr zu vergeuden mit Wollen, ich muss endlich auch machen. Um Missverständnisse zu vermeiden: ich war die letzten Jahre nicht faul und habe einiges erreicht (z.B. ein Jahr einigermaßen regelmäßig Bloggen neben einem echt anstrengenden Job) und was mir für 2015 vorschwebt sind auch keine hehren Ziele. Doch sie sind mir wichtig. Jetzt habe ich sie mir auf einen Zettel geschrieben, der liegt auf meinem Tisch. Ich weiß aber, wie das mit Zetteln auf meinem Tisch ist: demnächst lege ich „nur vorübergehend“ was darauf, das Aufräumen verschiebe ich auf später, deshalb kommt dann noch was darauf und noch was … bis ich ihn irgendwann bei archäologischen Ausgrabungen (a.k.a. Aufräumen) wieder finde und mit einem Schmunzeln in den Altpapier befördere.

Wie kann ich das vermeiden? Genau, ich mach’s öffentlich! Mein Blog wird in diesem Jahr um einiges persönlicher und facettenreicher, denn ich werde von jetzt an auch regelmäßig von den Ergebnissen berichten. Inspiriert hat mich das Vorhaben von Anne auf neontrauma.de, die sich für dieses Jahr an zwei Blog-Aktionen beteiligen will. Da mache ich indirekt mit! Indirekt deshalb, weil ich mich bei den Aktionen nicht offiziell anmelde, sondern hier mehr oder weniger mein eigenes Ding mache … ja, irgendwie unsozial, aber sonst wird’s wieder zu anstrengend, fürchte ich. Was ich aber aus den Vorhaben der anderen gelernt habe: formuliere deine Vorsätze möglichst konkret, überlege dir auch, wie du diese Ziele erreichen kannst, setze dir Etappenziele, erstatte regelmäßig von den Fortschritten Bericht.

Meine Vorsätze für 2015

#1: Do it!
Das habe ich auch direkt zu meinem Hashtag gemacht (doit2015), den ich für Artikel, die sich auf meine guten Vorsätze beziehen, verwenden werde, um den Überblick zu behalten. Ist eigentlich geschummelt, diesem Vorsatz eine Nummer zu geben, denn der ist erst erfüllt, wenn ich alle weiteren Vorsätze erfolgreich abgearbeitet habe. Ich benutze den Hashtag auch bei Instagram und Twitter, denn ich habe mir vorgenommen, kleine Etappenziele direkt zu veröffentlichen. Das ist wie bei Todo-Listen: kleine Häkchen machen motiviert ungemein.

#2: Wohnung ausmisten
Das wird nur in vielen kleinen Etappen gehen, denn da steckt auch viel Psychologie dahinter: loslassen können! Ich habe z.B. viele Bücher, von denen ich weiß, dass ich sie nicht wieder lesen werde und sie nur aus sentimentalen Gründen behalte. Und manche Ausmist-Aktion ist logistisch schwierig und muss erstmal organisiert werden (z.B. wenn ich ein Auto brauche, ich habe nämlich keins). Ausmisten will ich meine Bücherregale, Küchenregale, Kleider- und Schuhschrank, sonstige Krusch-Ecken und zu guter Letzt natürlich auch Dachboden und Keller. Begonnen habe ich schon im letzten Jahr: ganze sechs Tüten Altkleidung habe ich bei H&M abgegeben und die dafür erhaltenen Rabatt-Gutscheine verschenkt (siehe #8).

#3: Mehr Bücher lesen
Konkret formuliert: 18 Bücher will ich in diesem Jahr lesen. Das klingt nicht viel – nur 1,5 Bücher pro Monat! Ich habe mir aber mal meine Bücherregale auf Lovelybooks angeschaut, auf denen ich (mehr oder weniger zuverlässig) festhalte, welche Bücher ich im Jahr lese. Sagen wir mal so: es ist deutlich zu sehen, seit wann ich keine Studentin und Berufspendlerin mehr bin. ;-) Damit dieses Vorhaben nicht mit #2 kollidiert, nehme ich mir außerdem vor, neu angeschaffte Bücher wenn möglich als E-Book zu beziehen. Ist zwar nicht so blogtauglich (ein Stapel Bücher visualisiert doch sehr viel anschaulicher, was man geschafft hat), aber muss gehen. Ist es geschummelt, wenn ich „GEO Epoche Edition“-Hefte zu den Büchern zähle? Jedenfalls nicht zu Büchern zähle ich Magazine (z.B. Flow), obwohl deren Lektüre auch viel Zeit in Anspruch nimmt. Und ich habe mir vorgenommen, diese auch zu lesen und nicht nur dekorativ auf dem Wohnzimmertisch liegen zu lassen.

#4: Brot selbst backen
Ich esse eigentlich gar nicht so oft Brot (bin mehr der Müsli-Typ), aber wenn, dann soll’s selbstgebackenes sein. Im letzten Jahr habe ich schon einige Brote gebacken, aber das war immer No-Knead-Bread, also ohne Kneten. Ich will aber dieses Jahr meinen Horizont erweitern und einige neue Rezepte ausprobieren, bei denen man dann leider auch Kneten muss. Einerseits kommt das #6 entgegen, denn 10 Minuten so einen 2-kg-Hefeteigklumpen zu walken macht Muckis, andererseits könnte es sich aber auch kontraproduktiv auf #6 auswirken, weil mich Brot (und anderes Gebäck) erfahrungsgemäß dick und träge macht. Also, sagen wir mal: 12 neue Brotrezepte (mit Kneten) will ich dieses Jahr ausprobieren. Und das Brot mit anderen teilen. Die sollen ruhig auch fett werden, haha!

#5: Musik machen
Konkret: Mindestens 2x pro Woche mind. eine halbe Stunde Klavier üben. Und dann habe ich noch vor, einen kleinen Gesangskurs zu machen. Letzteres macht mich allerdings etwas nervös, denn meine Kenntnisse und mein Talent auf diesem Gebiet schätze ich auf Null ein. Warum ich es trotzdem mache? Es geht mir auch darum Techniken zu erlernen, wie ich meine Stimme (auch beim Sprechen) besser nutzen kann. Ist immer von Vorteil, besonders als Frau. Und unter der Dusche besser singen können ist auch prima!

#6: Fitter werden
Auch damit habe ich im letzten Jahr schon begonnen. Ich bin ziemlich unsportlich und habe einen extrem starken inneren Schweinehund. Was aber einigermaßen gut funktioniert sind Fitnessvideos , die ich mal eben abends im heimischen Wohnzimmer durchhechel. Da hat sich besonders das Konzept von HIIT (high-intensity interval training) als effektiv erwiesen. Kurz erklärt: statt über einen langen Zeitraum (z.B. eine Stunde) nacheinander einzelne Muskelgruppen zu trainieren und das nur zwei mal pro Woche, werden beim HIIT innerhalb kürzerer Zeit (z.B. eine halbe Stunde) mehrere Muskelgruppen gleichzeitig gefordert, und das am besten täglich (mit einem Pause-Tag pro Woche). Das Training besteht aus mehreren Intervallen zu jeweils nur wenigen Minuten, abwechselnd mit kurzen Cardio-Einheiten. Ist zwar anstrengender, aber trotzdem kann ich mich zu einem anstrengenden halbstündigen Training eher aufraffen als zu einem einstündigen nicht ganz so anstrengenden Training. Und man spürt auch schneller den Effekt: mehr Kraft im ganzen Körper. Ich will versuchen, in diesem Jahr konsequenter zu sein und schneller wieder einzusteigen, wenn ich mal wegen anstrengenden Arbeitsphasen, Krankheit oder Reisen aussetzen muss.

#7: Strickprojekte abschließen
Ich stricke ja wirklich gern, aber wenn ich mich recht erinnere, habe ich im letzten Jahr kein einziges Strickprojekt zu Ende gebracht. Im Herbst habe ich mir ja noch ein Riesenpaket Wolle und mehrere Strickmuster angeschafft, aber allein ein Pullover-Projekt drei mal (!) wieder aufgeribbelt und jetzt erstmal beiseite gelegt. Ein anderes Strickprojekt liegt bereits seit über einem Jahr brach, weil ich an einer schwierigen Stelle (mehrfarbiges kompliziertes Muster) hängen geblieben bin. Für dieses Jahr nehme ich mir vor: vier Strick-Projekte erfolgreich (also so zufrieden, dass ich das Teil auch anziehen oder verschenken mag) abschließen. Ich habe Winter- und Sommerwolle auf Vorrat, also gibt es keine Ausreden von wegen „aber doch nicht bei der Hitze“!

#8: Vorwiegend ökologische, faire Kleidung kaufen
Im Umkehrschluss heißt das: nicht mehr bei H&M und Co. einkaufen. „Vorwiegend“ heißt: wenn ich kurzfristig dringend etwas brauche darf ich auch mal beide Augen zudrücken, da mir kein örtlicher Laden bekannt ist, der meine Ansprüche erfüllt. Ich werde dadurch online kaufen müssen, und da das bei Kleidung immer so eine Sache ist (und bei ökologisch korrekter Kleidung auch noch eine teure Sache), hat das den durchaus gewollten Nebeneffekt, dass ich mir insgesamt weniger Kleidung kaufen werde. Clever, gell?!

#9: eine abenteuerliche Reise erleben
Ok, ich gebe zu, „abenteuerlich“ ist bei mir relativ. Ich sehe mich hier nicht Machete schwingend durch den Regenwald kämpfen, sondern ganz allgemein meine Komfortzone verlassen und reich an neuen Erfahrungen heimkehren. Hm, also konkret habe ich Island im Sinn, weil das ein mir völlig fremdes Land mit fremder Sprache (nicht mal romanisch!), fremder Mentalität und fremdem Klima ist. Und außerdem darf es kein Wellness-Urlaub sein, sondern was aktiv forderndes. Und am besten in einer Reisegruppe, denn neue Menschen kennen lernen ist für mich auch abenteuerlich. Falls das mit Island nicht klappt, dann sollte es ein für mich ähnlich exotisches Land sein. Irgendwo in Skandinavien oder im Osten oder so. Ich war noch nie östlicher als Polen. Hui!

#10: Mehr schreiben!
Das wird sich hoffentlich auch dadurch ergeben, dass ich ja nun für den Blog mehr Buchrezensionen und doit2015-Zwischenberichte verfassen will, zusätzlich zu dem ganzen anderen Kram. Ich möchte gern meinen Wortschatz erweitern und vor allem meine Ausdrucksfähigkeit, vielleicht dadurch auch einen Stil entwickeln. Mir geht meine oftmals sehr sachliche Schreibe ehrlich gesagt auf den Senkel. Ich lese lieber Texte, bei denen eine Persönlichkeit durchscheint. Gerade auf einem Blog! Also: üben, üben, üben und herum experimentieren! Im letzten Jahr habe ich 170 Beiträge auf meinem Blog veröffentlicht, darunter waren aber auch viele Bild-Beiträge. In diesem Jahr möchte ich produktiver sein und 300 Beiträge anpeilen. Die Zahl habe ich jetzt so hoch gegriffen, weil ich für dieses Jahr auch mehr Bildbeiträge erwarte. Schon allein das Dokumentieren meiner doit2015-Erfolge auf Instagram wird die Zahl hochtreiben. Ich darf nur bei dem Blick auf die Zahlen nicht die Qualität vergessen!

Auf meinem Zettel stehen auch noch weitere Vorsätze, die mir aber zu privat für den Blog sind. Die muss ich dann halt so im Blick behalten. Vielleicht berichte ich am Ende des Jahres davon.

Und ihr so?

6 Kommentare

  1. Meine Güte, dat is ja eine ganze Menge! :-) Obwohl es sich dann doch wieder „streckt“, da vieles mehr punktuell ist (Backen zum Beispiel oder Reisen). Reisen klingt überhaupt ziemlich gut! Tja, und das Sporteln. Alle Jahre wieder auf meiner To Do-Liste (nein, der Should Do-Liste, hö hö, die vermutlich noch unter deinen archäologischen Scherben verschüttet ist). Ich habe sogar einen Schweinehund-Text auf der Festplatte liegen. Den sollte ich mal angehen … Hast du you Tube-Videos oder tatsächlich eine CD?
    Tja und lesen … meine Pendelzeit ist grade ideal, um die neuesten Blogupdates zu kontrollieren … aber nicht für Zeitung und/oder Buch. *hüstel*
    Dein Schreibstil gefällt mir hier übrigens gut, da musst du nicht extra einen To Do-Punkt draus machen! ;-) Les ich gern!
    So richtig was zu sagen habe ich nicht, stelle ich grade fest! ;-) Ich hab mich in einigem wiedergefunden – daher Toitoitoi und gutes Durchstarten! #(just)Doit2015!

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    • Hehe, der Schweinehund-Text würde mich interessieren! Für die Fitness habe ich zwar jede Menge DVDs, aber meistens lande ich doch auf YouTube, da gibt es mittlerweile für jedes Bedürfnis was. Ich finde z.B. MoinYamina, Blogilates und Jillian Michaels (BeFiT) ziemlich gut.
      Danke für das Kompliment! :-)
      Tja, und wie man vielleicht an meiner unverschämt späten Antwort merkt (Entschuldigung!), wird mein Start bereits vom Alltag aufs heftigste attackiert. Aber: jeder Tag ist ein neuer Anfang, also einfach weiterstarten!

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  2. Wohnung ausmisten ist ein sehr gutes Vorhaben! Da wir demnächst umziehen, haben wir jetzt ebenfalls mit dem Ausmisten angefangen und es ist unglaublich, was wieder so zusammenkommt. Erst vor einem Jahr sind wir umgezogen und haben offenbar allerlei Mist mitgeschleppt, den wir jetzt ausmisten :-)

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    • Das Phänomen versetzt mich auch bei jedem Umzug in Staunen. Und obwohl ich mir beim letzten Umzug geschworen habe, es nie mehr so weit kommen zu lassen, stapeln sich doch schon wieder die Kartons im Keller. Puh! Ich wünsche dir gutes Gelingen beim Ausmisten! :-)

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  3. Klassische Vorsätze habe ich dieses Jahr nicht, denn die hält man sowieso nicht ein, zumindest geht es mir so.
    Stattdessen setze ich mir Ziele, mit Teilschritten, das ist leichter zu realisieren. Denn 2015 wird bei mir ein turbulentes Jahr, da schaffe ich es nicht noch mich mit abstrakten Vorsätzen zu beschäftigen :-D

    Wohnung ausmisten ist ein super Punkt. Das mache ich regelmäßig, denn Ausmisten befreit unheimlich. Spätestens wenn es im Frühling ans Umzugskisten-Packen geht, werde ich auch nochmal kräftig ausmisten. Ballast loswerden und so.

    Ansonsten bin ich gerade noch dabei meine Ziele zu formulieren. Mir ist dabei besonders wichtig, dass es auch in stressigen Zeiten machbar ist. Sonst demotiviert das einfach zu schnell und ich gebe auf :-/

    Liebe Grüße,

    Izzie

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    • Wow, regelmäßiges Ausmisten ist eine Tugend, die ich mir gern aneignen würde – auch dir gutes Gelingen für den Umzug! :-)
      Das mit den stressigen Zeiten ist ein guter Punkt! Bei mir hat das Jahr bereits sehr stressig angefangen, so dass ich viele meiner Vorsätze bereits zu Beginn ruhen lassen musste. Aber ich habe gelernt, nicht zu dogmatisch an Vorhaben ranzugehen, sonst gebe ich auch zu schnell frustriert auf.

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